Liebe Lions, liebe Leos,
Drei Viertel des laufenden Lionsjahres 2010/2011 liegen hinter Ihnen, hinter uns. Die künftigen Amtsträger wie Präsidenten und Vize-Governor bereiten schon intensiv ihr neues Amtsjahr vor und sind voller Tatendrang. Gemäß der Internationalen Satzung und damit auch ihrer Clubsatzung muss der Clubpräsident spätestens in diesem Monat März 2011gewählt werden - wenn Sie ihn nicht schon auf ihrer Herbst-Mitgliederversammlung gewählt haben. Auch die Delegierten für die Distrikt- und Multi Distrikt-Versammlung sowie der Delegierte für die International Convention (IC) in Seattle (je 25 Mitglieder eine Stimme) sollten als TOP auf der Tagesordnung stehen. Und vergessen Sie nicht, die Reiskosten zur IC mit 500€ für den Delegierten zu bezuschussen.
Mehr als zwei Drittel aller Lions Clubs in unserem Distrikt habe ich besucht und immer wieder bemerkte ich Nachdenkliches. Haben Sie sich in den vergangenen Tagen und Wochen auch schon einmal gefragt, ob sie sich in ihrem Lions Club mit ihren Lionsfreunden (noch) wohl fühlen? Fühlen Sie sich in einem Kreis von Freunden, wenn Sie zum Clubabend gehen. Oder gehen Sie gar nicht mehr zu Ihrem Lions Club? Waren sie bei allen Präsenzabenden ihres Clubs anwesend, haben Sie aktiv an der Vorbereitung und Umsetzung von Club- und Distrikt-Activities mitgeholfen und nicht nur über Formalien diskutiert? Haben Sie auch den Typ Mensch in ihrem Club, der den Eindruck vermittelt: „Ich bin kein Klugscheißer, ich weiß es wirklich besser“? Haben Sie schon einmal bei einem Club-Meeting Ihre Meinung zurückgehalten? Nichts gesagt und zu allen Anträgen genickt? Schließlich will man nicht der (ewige) Störenfried sein. Außerdem ist man seiner abweichenden Meinung vielleicht doch nicht ganz sicher, und die anderen in ihrer einhelligen Meinung sind auch nicht ganz blöd. Also hält man still. Wenn alle so handeln, tritt Groupthink (Gruppendenken) ein: eine Gruppe von intelligenten Menschen trifft „idiotische“ Entscheidungen, weil jeder seine Meinung dem vermeintlichen Konsens anpasst...
Ich bitte Sie: Wann immer Sie sich in einer verschworenen Gruppe mit starkem Konsens finden, äußern Sie Ihre Meinung unbedingt – auch wenn sie nicht gerne gehört wird. Hinterfragen Sie die unausgesprochenen Annahmen. Notfalls riskieren Sie den Ausschluss aus dem warmen Gruppennest. Und falls Sie eine Gruppe führen, bestimmen Sie jemand zum advocatus diaboli. Er wird nicht die beliebteste Person im Team sein, aber vielleicht die wichtigste.
Und bitte denken Sie daran: Der § 2 ihrer Lions Clubs Satzung sagt nach Namensgebung für den Club folgendes:
- Zweck des Clubs ist, der Allgemeinheit zu dienen. Seine Mitglieder verpflichten sich zu entsprechenden Initiativen (Activities).
- Unter dem Leitwort "we serve" setzt sich der Club zum Ziel:
- Persönlichkeiten aus verschiedenen Berufsgruppen seines Einzugsbereichs freundschaftlich und im Geist gegenseitigen Verständnisses und wechselseitiger Achtung zusammenzuschließen;
- den Geist gegenseitiger Verständigung unter den Völkern der Welt zu wecken und zu erhalten;
- die Grundsätze eines guten Staatswesens und guten Bürgersinns zu fördern;
- aktiv für die bürgerliche, kulturelle, soziale und allgemeine Entwicklung der Gesellschaft einzutreten;
- die Clubs in Freundschaft, Kameradschaft und gegenseitigem Verständnis zu verbinden;
- ein Forum für die offene Diskussion aller Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu bilden, ohne jedoch politische Fragen parteiisch und religiöse Fragen unduldsam zu behandeln;
- einsatzfreudige Menschen zu bewegen, der Gemeinschaft zu dienen, ohne daraus persönlich materiellen Nutzen zu ziehen;
- Tatkraft und vorbildliche Haltung in allen beruflichen, öffentlichen und persönlichen Bereichen zu entwickeln und zu fördern;
- bei materieller und geistiger Not tätig zu helfen;
- die Güter menschlicher Kultur zu wahren.
Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Monat März
Mit lionistischen Grüßen
Hennes Schulz
Distrikt-Governor ON 2010/2011
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