Wieder war es soweit – 20.000 Lions aus der ganzen Welt trafen sich in Seattle und wie immer war es ein fantastisches Erlebnis. Seattle erlebte eine bunte Mischung Lions, die miteinander eine einzigartige Woche verbringen durften. Natürlich konnte unser Distrikt 111 Ost/Nord nicht fehlen. Und so haben sich alte Freunde wieder getroffen, aber auch Lionsfreunde, die noch nie eine International Convention bisher erlebt haben. Besonders schön war es, dass neue Freundschaften geschlossen wurden und man den festen Vorsatz mitnahm, in Zukunft über den „Club-Tellerrand“ zu schauen und über gemeinsame Activities nachzudenken und sie umzusetzen.
Unser neuer Governor LF Jochen K. Lang war mit seiner Frau Saskia bereits vorher angereist, um durch intensive Schulungen in das Governoramt richtig eingeführt zu werden. So lernte er seine anderen Governorkollegen aus den Distrikten des Multi-Distrikt Deutschland (MD 111) näher kennen und wann immer wir ihn sahen, strahlte er Freude und Zuversicht für das nun kommende Amtsjahr 2011/12 aus. Stolz waren wir auf einen strahlenden Jochen während der Internationalen Parade und ein schönes Bild gab das Ehepaar Lang bei der Vorstellung der Governor elect während des deutschen Empfangs ab.
Auch als amtierende Governor war ich mit meiner Frau Gabriela angereist. Es war sehr entspannend, nach meinem Amtsjahr nun auf eine ruhigere Zeit zu schauen. Mit meinen Governorkollegen aus ganz Deutschland und den Freunden aus dem gesamten MD verbrachten wir schöne Tage. Bei strahlendem Wetter erlebten wir Seattle auch vom Wasser aus, was ein echtes Erlebnis war.
Bei der Parade gaben wir „wie immer“ ein sehr buntes aber völlig ungeordnetes Bild ab. Man kann der deutschen Delegation das Bemühen nicht absprechen, aber Paraden sind nun einmal nicht wirklich unsere Lieblingsbeschäftigung. Dennoch – es machte Spaß an der längsten und größten Parade, die Seattle je gesehen hatte (Originalton des Oberbürgermeisters), teilzunehmen und es war ein wunderschönes buntes Bild aller 206 Nationen. Das schönste an der Parade aber ist, dass man mit den Freunden aus den anderen Nationen Kontakt aufnimmt und ohne Berührungsängste aufeinander zugeht. Wo sonst kann man das erleben?
Die Sessions fanden in der Key Arena statt, direkt an dem Wahrzeichen Seattles – der Space Needle. Wie beeindruckend es war in dieser riesigen Arena mit allen Nationen zusammen zu kommen. Ein besonderes Erlebnis waren die beiden Songs, mit denen der Sohn des amtierenden Weltpräsidenten Sid Scruggs III die Beiträge untermalte. Die tragende ausgebildete Stimme ließ viele Emotionen aufkommen. Natürlich war vieles sehr amerikanisch und für unsere deutsche Mentalität manches Mal mit zu viel Pathos gefüllt. Aber wenn man seine eigenen Vorstellungen einmal etwas zurück nimmt und sich darauf einlässt, dass unterschiedliche Länder unterschiedliche Eigenarten haben, dann kann man diese Augenblicke wirklich genießen. Überwältigend war dann die Amtseinführung des neuen Weltpräsidenten Wing-Kun Tam aus Hongkong (China). Er hatte mehr als 1.500 Chinesen als Delegierte mobilisiert, die die Seattle-Convention in ein chinesisch-asiatisches Farbenmeer verwandelten.
Sehr beeindruckend war die Vorstellung der Bilder des Frieden-Malwettbewerbs – die Kinder aus allen Nationen versuchen darzustellen, wie sie sich Frieden vorstellen. Unglaublich, welche Kunstwerke dabei entstanden sind! Gewonnen hat ein 11jähriger Junge aus Indien mit einem wirklichen Meisterwerk. Dieses Bild lohnt, es als Postkarte herstellen zu lassen. Besonders schön war dabei auch die Tatsache, dass er von seinen 500 $ Preisgeld, direkt wieder 150 $ für Hilfsprojekte spendete . Die Vorstellung der Kandidaten für die internationalen Direktoren (das ist der Internationale Vorstand, vergleichbar mit dem Vorstand auf Clubebene) erzeugte bei der deutschen Delegation große Aufmerksamkeit, da mit LF Klaus Tang ein deutscher Kandidat zur Wahl stand. Er machte seine Präsentation gut – und wurde gewählt. Der letzte Tag gehört den Amtsübergaben und dem Key Speaker. Mit Condoleezza Rice (ehemalige amerikanische Außenministerin) - ein echtes Highlight! Und ab da wurde Jochen K. Lang dann auch offiziell unser neuer Governor für den Distrikt Deutschland Ost/Nord.
Die Empfänge der Nationen sind ein wichtiges Instrument, um tiefere Freundschaften zwischen den Nationen zu pflegen. Besonders schön war der österreichisch-schweizerische Empfang, wo viele neue Kontakte geknüpft wurden. Aber auch der skandinavische, der französische, italienische, türkische, chinesische, japanische, australische und und und …… es war einfach eine intensive Zeit.
Besonders wichtig ist aber auch die Pflege der Freundschaft unter den Lionsfreunden aus ganz Deutschland. Und so verabredeten wir uns immer wieder, gemeinsam Sessions und Empfänge zu besuchen, in Workshops mitzuarbeiten, aber auch gemeinsam Seattle zu erkunden und bei viel Fisch Essen und Trinken viele intensive Gespräche zu führen. Ich habe wieder viel gelernt über die Arbeit der anderen Distrikte und wertvolle Tipps für die eigene Arbeit waren die Belohnung.
Deshalb ist es so wichtig, dass die deutsche Delegation sich abstimmt, die einzelnen Delegierten sich bemühen, Kontakt zu bekommen und gemeinsam die Convention zu erleben. Wertvolle Freundschaften in ganz Deutschland und dem deutschsprachigen Raum sind unersetzlich. Jeder Lion sollte mindestens einmal auf einer International Convention gewesen sein, um sich als Teil einer internationalen Organisation zu begreifen. Also – sehen wir uns in Busan (Südkorea) nächstes Jahr Anfang Juli, wenn Vize-Governor Martin Kowert ins Amt kommt?
Euer Immediate Past Governor Hennes Schulz
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