Lions machen sich stark für sauberes Wasser!

Wasser ist Leben

Zu den Millenniums-Entwicklungszielen (Millennium Development Goals – kurz MDG) der Vereinten Nationen gehört auch das MDG 7: „bis 2015 den Anteil der Menschen ohne dauerhaft gesicherten Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser zu halbieren“ Dazu haben Lions in den letzten Jahren einen echten Löwenanteil beigetragen.

Ein zentrales Thema und ein großes Ziel

Fast kein Projekt in der Entwicklungszusammenarbeit kommt ohne das Thema Wasser aus. Seit vielen Jahren engagieren sich die deutschen Lions für sauberes Wasser. Neben umfassenden Maßnahmen für Wasserversorgung, die in die Katastrophenhilfe- und Wiederaufbauprojekte der Lions-Kooperationspartner in Pakistan, Haiti, Japan und Ostafrika integriert waren, umfassten die Lions-Projekte der letzten zehn Jahre auch Projekte mit Aufklärungskampagnen (z. B. in Bolivien und Pakistan), Brunnenbau (z. B. in Kenia) und langfristig gedachte Trinkwasseraufbereitungsmethoden wie das erfolgreichen SODIS-Projekt in Ghana (Distrikt NB).

PAUL der Wasserfilter

Als echter Sympathieträger und Erfolgsmodell hat sich unter den Lions-Activitys der mobile Wasserfilter PAUL (Portable Aqua Unit for Lifesaving) erwiesen, den das HDL in enger Kooperation mit der Universität Kassel und verschiedenen Partnerorganisationen zum Einsatz bringt. Angefangen als Prototyp der universitären Abteilung Siedlungswasserwirtschaft wurde PAUL inzwischen in zahlreichen Ländern und unter unterschiedlichsten Bedingungen eingesetzt.

PAUL_PortableAquaUnitforLifesaving_Lions111ONPAUL steht für Portable Aqua Unit for Lifesaving.

PAUL – Das ist ein Wasserrucksack, der dafür konzipiert ist, bei einer Katastrophe aus verschmutztem sofort trinkbares Wasser für zirka 200 Menschen am Tag zu produzieren. Da sich bislang noch keine der großen Hilfs-Organisationen für diesen Kleinfilter erwärmen konnte, sehe ich eine wirkliche Chance für uns Lions. Dies könnte ein zweiter „Blindenstock“ werden! Der wurde bekanntlich 1923 von Lions durch Helen Keller erfunden.

Zwei provisorische PAUL sind bereits in Chile im Einsatz. Derzeit werden mit Unterstützung vieler Spender Vorserien-Exemplare in Pakistan zum Einsatz gebracht. Diese handgefertigten Wasserrucksäcke kosten etwa 1.000 Euro pro Stück. Je mehr Spenden von Ihrem Lions Club beim Hilfswerk der Deutschen Lions (HdL) eingehen, desto mehr können wir nach Pakistan schicken. Die Stiftung Humanity Care wird vor Ort für die Verteilung von PAUL sorgen. Für die Fachleute unter uns Lions: Der Wasserrucksack basiert auf einem von Prof. Dr. Ing. Frechen an der Uni Kassel entwickelten Membranmodul mit einer Oberfläche von 10 m2. Die Porenweite beträgt maximal 100 Nanometer (0,1 μm). Damit werden Bakterien und pathogene Keime, die deutlich größer sind, herausgefiltert.

HDLMit der Wasseraufbereitungsanlage „PAUL“ können im Notfall auch Dörfer versorgt werden, die komplett von der Außenwelt abgeschnitten sind. Die 20 Kilogramm schwere Anlage, die auf dem Rücken getragen wird, kostet zirka 1000 Euro. Könnten die Wasserrucksäcke in Serie gehen, dann wären sie für etwa 700 Euro herzustellen. Am 30. Oktober wird der Lions-Distrikt 111MN die Wasseraufbereitungsanlage bei der Distriktkonferenz in Wolfhagen vorstellen. Im November soll dann ein Team von LCIF das System begutachten, um es weiter publik zu machen.

Das Herzstück der rucksackgroßen Wasseraufbereitungsanlage ist ein Modul mit Membranen. Die Membrane verfügen über mikroskopisch kleine Öffnungen in Nanogröße, die Wassermoleküle durchlassen, Bakterien und Parasiten aber wirksam aus dem Wasser herausfiltern. Das schützt vor Erkrankungen wie Cholera oder Durchfall, die speziell bei Kindern Ursache einer hohen Sterblichkeit sind.

„Diese Technik ist einfach und wirksam“, betont Frechen. Ein Gerät kann mehrere hundert Menschen mit sauberem Wasser versorgen. Im Dauerbetrieb ist der Wasserrucksack in der Lage, pro Tag 1.200 Liter Wasser zu filtern. Für Pakistan wäre Paul bestens geeignet, weil er besonders in entlegenen Gebieten eingesetzt werden und bis zu 200 Menschen über viele Monate versorgen kann. Da der Wasserrucksack nur wenige Kilogramm wiegt, kann er von Trägern oder von Lasttieren selbst in Dörfer transportiert werden, zu denen keine Straßen mehr existieren. Auch das Absetzen vom Hubschrauber aus ist möglich. Der Hubschrauber muss nicht einmal landen.

Das Projekt Wasserrucksack wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Bundeswirtschaftsministerium finanziell unterstützt.

Was zählt ist das Ziel!

Das Ziel ist immer die Verbesserung des Zugangs zu sauberem Wasser für Menschen in Not- und Krisengebieten. Dazu können Lions auch weiterhin ganz wesentlich beitragen. Denn das unter den Lions gewachsene Bewusstsein über die Wichtigkeit der Ressource „Wasser“ sucht inzwischen seinesgleichen.

Wasserfilter PAUL ist außerhalb vom reinen Katastropheneinsatz nur mit einem engmaschigem Monitoring und ergänzenden Schulungsmaßnahmen einzusetzen. Neben PAUL wollen wir daher künftig auch andere Methoden der Wasserversorgung – je nach Einsatzgebiet, Umständen und Anforderungen – in die Lions-Hilfe integrieren.